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Die Geschichte der DLRG und unserer Ortsgruppe

Ersten Anlass zur organisierten Auseinandersetzung mit Rettungseinrichtungen gegen das Ertrinken scheinen die häufigen Flutkatastrophen an Nord- und Ostsee gegeben zu haben. Holland gründete 1767 die erste Rettungsgesellschaft in Amsterdam, ein Jahr später entstand in Hamburg die Anstalt für im Wasser verunglückte Menschen. Andere Städte folgten diesem Beispiel. 1790 stellte Frankreich entlang der Seine in Paris in regelmäßigen Abständen Kästen mit Rettungsgeräten auf, die postes de secours. In England schließlich ging man planmäßig an die Wasserrettung heran und gründete 1874 die Human Life Saving Society, deren Vorbildfunktion und Leistungen 1904 durch den Namen Royal Life Saving Society anerkannt wurde.

In Deutschland wurde 1865 die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gegründet. Sie übte ihre Tätigkeit - wie auch heute noch - nur auf See aus. Ab 1883 widmete sich das Rote Kreuz auch der Wasserrettung. 1891 gab es zur Rettung Schiffbrüchiger die ersten Sanitätsschiffe auf der Donau.

Im Zuge der Sportverbandsgründungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konstituierte sich 1886 der Deutsche Schwimm-Verband (DSV). Die Schwimmvereine erfüllten eine Verhütungsfunktion gegen den Ertrinkungstod, indem sie über das reine Schwimmenlernen hinaus auch Selbstrettung in Notfällen erreichten, aber auch anderen die Fähigkeit vermittelten, bei Unglücksfällen im Wasser anderen helfend beizustehen. Der Wasserrettungsgedanke war so auch im DSV schon bei der Gründung gegenwärtig, dies zeigt auch sein damaliges Emblem: weiße Flagge mit goldenem Rettungsring.

Die Entwicklung des Schwimmsports einerseits und die wachsende Bedeutung des Rettungsgedankens durch die Häufung von Badeunfällen andererseits - um 1900 ertranken etwa 8.000 Menschen pro Jahr in Deutschland, nur 1% der Bevölkerung konnte schwimmen - führten zu einer Verselbständigung, der DSV gründete mit der Lebensrettungsgesellschaft DSV 1912 in Hamburg den Vorläufer der DLRG.

Den Anstoß zur Gründung einer selbständigen Gesellschaft, die sich einzig um die Wasserrettung kümmert, gab das große Unglück bei Binz auf Rügen, bei dem am 28. Juli 1912 17 Menschen, darunter 7 Kinder, ertranken. Hunderte von Menschen drängten sich auf der über 800 Meter langen Binzer Seebrücke, um die Abfahrt des Bäderdampfers Kronprinz Wilhelm zu verfolgen.

Plötzlich brach die Anlegestelle am Brückenkopf trichterförmig in sich zusammen. Etwa hundert Personen wurden mitgerissen. Auf der Brücke und dem Schiff standen die Menschen, zumeist unfähig, etwas zu tun. Ungeschickte Versuche, die Ertrinkenden mit Bootshaken aus dem Wasser zu fischen, führten zu schweren Verletzungen. Nur dem schnellen Eingreifen der Matrosen naher Marineschiffe, die mit Rettungsbooten zu Hilfe eilten, ist es zu verdanken, dass nicht viel mehr Tote zu beklagen waren. Das Unglück, aber auch die Tatsache, dass allein ein Mann, der Sergeant Richard Römer, unter Einsatz seines Lebens 12 Menschen hatte retten können, führte zu den entscheidenden Initiativen. Am 5. Juni 1913 riefen DSV und Turnerbund zur Bildung einer eigenen Wasserrettungsorganisation auf. Schon vor der offiziellen Gründungsfeier am 19. Oktober 1913 in Leipzig wurden im Juni 1913 in Stuttgart die ersten Rettungsschwimm-Prüfungen von der DLRG abgenommen.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft wurde am 19. Oktober 1913 in Leipzig gegründet. Dem Ziel einer allgemeinen Schwimmausbildung kam die DLRG näher, indem sie 1920 einen preussischen Ministerialerlass zur Förderung des Rettungsschwimmens an preussischen Schulen erreichte und 1922 eine Anordnung des preussischen Wohlfahrtsministeriums zur Unterstützung der DLRG. Nach der Weltwirtschaftskrise, die auch für die DLRG fast das Ende war, wurde sie 1925 in Weimar wiedergegründet und erhielt ihre heutige Struktur.

In der Folge wurden systematisch die Landesverbände und Bezirke sowie erste Ortsverbände gegründet.

Bereits 1922 wurde der Siegburger Schwimm- und Ruderverein von 1910 Mitglied der DLRG, die damals noch so klein war, dass das neue Mitglied ein Dankesschreiben aus der Dresdener Verbandszentrale erhielt. Aus ihm ging später der Schwimmverein HELLAS hervor. Im gleichen Jahr findet im benachbarten Bonn der 1. Kongress des Schwimm-Rettungswesens statt. Das Ziel des Kongresses, angesichts von immer noch etwa 5000 Ertrinkungsfällen neue Impulse und Zielsetzungen für die Wasserrettung zu geben, konnte er wegen der Inflation und leerer Kassen nicht erreichen.

Nachdem im Sommer 1933 auf dem heutigen Gelände des Siegburger Kanuclubs das Prinz-August-Wilhelm-Bad eröffnet wurde, rückte Siegburg in den Blick der DLRG. Der Landesverband Rheinland (heute Nordrhein) der DLRG gründete 1935 zusammen mit dem Siegburger Turnverein den DLRG-Bezirk Sieg, dessen Leitung damals Herr Hanisch übernahm. Im gleichen Jahr folgten der erste DLRG-Lehrgang in Siegburg, 1936 wurden bereits Lehrgänge in Siegburg-Mülldorf sowie in Siegburg selbst je ein offener und ein geschlossener Lehrgang für Gymnasiasten angeboten, durchgeführt von Herrn Hanisch, Herrn Knebel und Herrn Schönbusch. 1939 erhielt die DLRG erstmals den Auftrag vom Schulamt, für Siegburger Lehrer Rettungsschwimmkurse abzuhalten, wegen des Kriegsausbruches blieb es allerdings bei einer Einführung.

Nach den Aussagen von Zeitzeugen blieb die DLRG auf den unteren Ebenen von nationalsozialistischem Einfluss weitgehend unbehelligt. Sie profitierte von der Gleichschaltung oder dem Verbot anderer Vereine und Verbände, wurde selbst aber nur dem Reichssportführer formell unterstellt und von 1938 bis 1945 in Deutsche Lebens-Rettungs-Gemeinschaft umbenannt. Sie erlebte einen starken Mitgliederzuwachs aus anderen Wassersportverbänden: Auch Paddel- und Ruderboote mussten Flagge zeigen, und die einzige Alternative zum Hakenkreuz war der spähende Seeadler der DLRG. Die DLRG öffnete sich in den Kriegsjahren außerdem verstärkt den Frauen. Bei Kriegsende war die DLRG größte Wasserrettungsorganisation der Welt.

Ab 1941 musste auch in Siegburg die DLRG-Arbeit ruhen. Nach dem Krieg waren zunächst alle Vereine verboten, aber schon 1945 stellte der frühere Präsident der DLRG den Antrag auf Wiederzulassung beim Obersten Kontrollrat der Besatzungsbehörden. 1947 bekam der Landesverband unter dem Namen LV Nordrhein von der britischen Militärregierung die Genehmigung zur Gründung. Im Juni 1947 wurde auch der alte Name Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft wieder eingeführt. In der sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR, nahm die DLRG die Arbeit nicht wieder auf. Der Wasserrettungsdienst war zunächst dem Schwimmverband unterstellt und wurde später vom Roten Kreuz übernommen. Erst nach der Wiedervereinigung bildeten sich auch hier DLRG-Gliederungen, denen sich zahlreiche Rettungsschwimmer des Wasserrettungsdienstes anschlossen.

In den folgenden Jahren beschäftigte sich die DLRG mit Wiederbelebungsmethoden, der Einführung eines Lehrbuches, neuen Befreiungsgriffen, Werbemöglichkeiten und seit 1965 dem Kinderschwimmen. 1951 zählte sie wieder 35.000 Mitglieder und erfuhr wieder internationale Anerkennung (Rettungskongress in Cannes). 1953 nahm erstmals eine DLRG-Mannschaft an den internationalen Rettungswettkämpfen der FIS in Nantes teil, 1959 richtete die sie erstmals aus. Eine Bewährungsprobe bestand die DLRG im Februar 1962 bei der Sturmflutkatastrophe an der Nordseeküste. Die Rettungsschwimmer stellten ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis und retteten viele Menschen.

War der STV maßgeblich an der Gründung der DLRG Sieg beteiligt, so begründete diese 1951 den Siegburger Schwimmverein HELLAS 1923 wieder. Fritz Greis, damals Bezirksrettungswart der DLRG, sammelte alte Hellas-Mitglieder und berief eine Hauptversammlung ein. Er übernahm auch die Aufgaben des Kassierers und Technischen Leiters. Klaus Mennicken, 1958-64 Leiter des DLRG-Bezirks Sieg, wurde Schriftwart im Schwimmverein Hellas - dem er heute noch als Ehrenvorsitzender angehört. Aus seiner alten Satzung von 1923 übernahm der Schwimmverein die Aufgabe, Rettungsschwimmer auszubilden, die Rettung Ertrinkender aber blieb von nun an vor allem Sache der DLRG.

Bis Ende 1950 war der Ausbildungsbetrieb im Bezirk Sieg auf die Sommermonate beschränkt: Es gab keine Hallenbäder. Das Entgegenkommen der belgischen Streitkräfte ermöglichte es dann, einmal im Monat im Camp Spich Rettungsschwimmer auszubilden. Erst 1965 wurde im Priesterseminar in Sankt Augustin ein weiteres Hallenbad eröffnet. In Siegburg wurde die Arbeit nach dem Krieg nur langsam wieder aufgenommen, da das Bad an der Sieg 1956 wegen zu starker Verunreinigungen geschlossen wurde. 1959 schließlich wurde vom Bezirk Sieg, der in der Folge der kommunalen Gebietsreform bis 1976 mit Teilen der Nachbarbezirke zum heutigen Bezirk Rhein-Sieg verschmolzen wurde, ein Stützpunkt in Siegburg eingerichtet: dies war die erste Siegburger DLRG-Gliederung.

1963 wurde das Freibad in Siegburg eröffnet, die DLRG hatte wieder einen festen Wirkungskreis. Hugo Bieda führte den Stützpunkt in Siegburg bis 1965, bis 1970 folgte ihm Paul Hilbig im Amt.

In diesem Jahr wurde das Hallenbad in der Zeithstraße eröffnet, und Dieter Schinzel wurde Stützpunktleiter. Unter seiner Führung wurde am 16. Dezember 1972 die Ortsgruppe Siegburg gegründet. Seitdem verwaltet sich die Siegburger DLRG selbst, finanziell und personell.

Ab 1981 stand die Ortsgruppe unter der Leitung von Hans-Willi Caspar, 1985 wählte die Ortsgruppentagung Dieter Schinzel erneut zum OG-Leiter, und ebenfalls unter seiner Führung wurde am 14. Dezember 1989 die erste eigene Satzung der Ortsgruppe beschlossen und am 20. November 1990 in das Vereinsregister eingetragen. Die Ortsgruppe wurde (zufällig) 18 und rechtlich selbständig. 1994 schließlich löste Christoph Kämper Dieter Schinzel im Amt als Ortsgruppenleiter ab.

Im März 1997 fasste die Ortsgruppentagung den Beschluss, Dieter Schinzel und Michael Hochgürtel zu Ehrenvorsitzenden der Ortsgruppe zu berufen.

Mehr als 10jährige Bemühungen der DLRG führten endlich zur Fusion der internationalen Wasserrettungsverbände FIS und WLS zur International Life Saving Federation (ILS). Die Bundes-DLRG erwarb günstig die Katastrophenschutzschule in Bad Nenndorf bei Hannover, in die sie 1995 dann ihre Verwaltung verlegte.

Anfang 1998 folgte Jochen Burde als OG-Leiter, der die Ortsgruppe bis Januar 2005 führte. Seine Stellvertreter Helmut Kurscheid und Marc Reucher haben die OG gemeinsam bis 2006 geleitet, als Marc Reucher zum Leiter der Ortsgruppe gewählt wurde, Helmut Kurscheid blieb als Stellvertreter bis 2007 im Amt.

Im Jahr 2008 erfolgte ein weiterer Umbruch im Vorstand der Ortsgruppe: Eine Mischung aus dem Jugendvorstand, bisherigen Vorstandsmitgliedern und langjährigen Mitgliedern der OG übernahm die Führung des Vereins. Zum Leiter der Ortsgruppe wurde Peter Limbach gewählt, mit wechselnden Stellvertetern führt er den Verein bis heute.

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